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Oktober 7, 2009

Coole Eltern

Einsortiert unter: überfordert,Mütter und Job,Partnerschaft als Eltern — msfmde @ 9:54 am
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 Coole Eltern

 Über Erziehung im allgemeinen und speziellen gibt es meterweise Literatur. Was sollen wir erlauben, was dürfen wir erlauben und was sollten wir lieber nicht erlauben. Es ist an uns Eltern zu entscheiden, wie wir unsere Kinder erziehen.

 

Ich habe einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 16.07.09 gelesen, indem es um einen spielsüchtigen Jugendlichen ging. Dieser Jugendliche hat sich durch seine Onlinespielsucht um das Abitur gebracht und um vieles mehr. Die Schuld daran gibt er seiner Mutter. „Sie war einfach zu lieb“, lautet der letzte Satz des Artikels.

 

Also: Wir sind schuld, wenn wir den falschen Weg in der Erziehung einschlagen. Im Nachhinein läßt sich das immer schnell beantworten.

 

Aber wenn wir gerade mittendrin sind und von unseren Kindern gesagt bekommen, was andere Gleichaltrige so alles dürfen, weil sie so coole Eltern haben, da zweifeln wir doch so manches Mal ob wir auf dem richtigen Weg sind. Ob wir vielleicht zu streng sind? Natürlich wollen wir nicht die letzten Spießer sein, das ist schon klar.

 

Was sind denn jetzt coole Eltern? Eltern, die ihren Kindern mehr erlauben als andere? Die ihre Kinder als gleichberechtigt behandeln? Ich kenne einige, die sich als Freund ihrer Kinder sehen. Ist das richtig bzw. ist das cool?

 

Wollen unsere Kinder mit uns befreundet sein? Ich glaube nicht. Ich bin davon überzeugt, dass sie uns nur als Eltern wollen. Wir sind die, die wissen wo es lang geht und was richtig für sie ist. Diejenigen, die Probleme lösen und auf die sich unsere Kinder verlassen können.

 

Sind coole Eltern nicht vielmehr diejenigen, die immer ein offenes Ohr für ihre Kinder haben? Eltern, denen man als Kind einfach alles erzählen kann. Bei denen man nicht Angst haben muss, dass sie total ausrasten, wenn irgend etwas verbockt wurde. Die sich statt auszurasten, die Zeit nehmen sich mit den Kindern in Ruhe über das Verbockte auseinander zu setzen. Und die sich bemühen, ihren Kindern verständlich zu machen, warum etwas falsch ist. Eltern die ihren Kindern ihre Werte vermitteln.

 

Wenn unsere Kinder mit allen Sorgen zu uns kommen können, dann sind wir coole Eltern.

 

 

 

Februar 23, 2009

Brauchen wir noch einen Mütterratgeber?

Einsortiert unter: Bücher,Mütterratgeber — msfmde @ 12:47 pm
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Ja! Aber einen etwas anderen Mütterratgeber. Einen indem die Mutter im Vordergrund steht. Ein Buch über:

schlaflose Nächte mit Babys, warum er die Windeln nicht findet, über ‘Die-fass-mich-nicht-an’-Phase, die ’Hilfe-ich-bin-immer-noch-viel-zu-dick’-Problematik und das ’Fishing-for-compliments’-Syndrom. Aber auch über Endlich-Gefühle und warum er eigentlich jeden Samstag zu Media Markt muss.

Los geht`s mit Schnuller, Sex und Selbstbewusstsein dem Ratgeber von Müttern für Mütter.

Schnuller, Sex und Selbstbewusstsein

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Ein Baby. Und auf einmal ist alles anders. Wunderschön anders und anstrengend anders. Durchwachte Nächte, Augenringe bis zu den Mundwinkeln, gefühlter Dauerkater. Wir sind so glücklich über unser Baby und haben aber auch noch so viele extra Kilos auf den Rippen.

Romantische Candlelightdinner sind auf unbestimmte Zeit verschoben.

Sex?

Da war doch was…

Und er versteht das alles nicht. Weiß nicht wo die Windeln sind und muß sich an den Wochenenden auch mal um sich kümmern. Wo ist sie denn hin, unsere romantische Vorstellung von

„Wir haben jetzt ein Baby“?

War in dieser Vorstellung auch Platz für das ‘ich-fühle-mich-überfordert-und-unterfordert’-Gefühl? Und wo wir schon dabei sind - wo bleiben eigentlich wir Mütter? Wir wollen entspannte Mütter sein. Geduldig und liebevoll mit unseren Kindern, geliebt und verstanden von unseren Partnern. Wir wollen Mutterglück und romantische Momente. Und wir wollen attraktiv und sexy bleiben!

Willkommen bei Schnuller, Sex und Selbstbewusstsein

mehr davon?

Auszüge findet ihr in den nächsten Artikeln


Mehr zu uns und Schnuller, Sex und Selbstbewusstsein außerdem unter:

www.muetterschreibenfuermuetter.de

oder

www.amazon.de

http://www.amazon.de/Schnuller-Sex-Selbstbewusstsein-Annette-Reiter/dp/3000259392/ref=pd_rhf_p_t_1

Einfach neben der Spur

Einsortiert unter: Schlafmangel und Babyblues — msfmde @ 12:16 pm
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Willkommen im Klub! Zugegeben, die Aufnahmebedingungen hatten es schon in sich! Von schwanger zu Mama. Und das gerne mal in einem Wechselbad der Gefühle. Wechselbäder zwischen unbeschreiblicher Vorfreude und einer leichten ‘Aus-dieser-Nummer-komme-ich-nicht-mehr-raus’-Panik. Aber auch zwischen „Ich bin so wunderschön weiblich“ und „Hilfe! – ich kann meine Füße nicht mehr sehen.“

Und dann liegt es endlich da auf unserem Bauch – unser Baby. Unser größtes Wunder! Und alles ist auf einmal anders – ja, wirklich alles! Ob nachts oder nachmittags um drei. Egal, ob wir Kopfschmerzen haben oder uns im Tiefschlaf befinden, duschen, kochen, telefonieren … wenn das Baby uns braucht, sind wir zur Stelle. Immer und zu jeder Zeit!

Hatten wir vorher geglaubt, ohne acht Stunden Schlaf am Stück nicht überleben zu können, wissen wir jetzt: das war ein Irrtum – wir können noch viel mehr! Wir sind jetzt unsere eigene neue Version. Unser Baby ist unser bestes Upgrade. Mit unserem Schatz im Arm liegt uns die Welt zu Füßen.

Und doch gehen wir so nach und nach auf dem Zahnfleisch. Wir haben Augenringe bis zu den Mundwinkeln und ein Gefühl von Dauerkater. Sex ist ein Fremdwort, wir riechen nach gegorener Milch und meiden jeden Blick in den Spiegel. Die Superstretch-Schwangerschaftsjeans ist immer noch unsere Lieblingshose, unser Lieblingsthema ist die Entbindung und eigentlich kriegen wir gar nichts geregelt! Oder zumindest bekommen wir in 24 Stunden nicht besonders viel hin.

Manchmal ist uns einfach nur nach Heulen: Weil alles so viel ist. Weil wir auf einmal so viel Verantwortung haben. Weil wir nie wieder schlank sein werden. Weil wir genau jetzt zum Friseur wollen – und wie soll das bitte gehen mit einem Baby auf dem Arm? Weil wir so müde sind. Weil wir nun mal eben gerade erst ein Kind bekommen haben!

Nichts gegen gelegentliches Heulen. Das kann ja auch mal ganz befreiend sein. Das ist aber auch das Einzige. Schlanker werden wir dadurch wohl nicht, unsere Frisur sieht danach auch nicht besser aus – und sonst hat es auch nichts verändert. Da könnten wir glatt wieder loslegen. Aber ist es wirklich so schlimm?

Ein bisschen schon: alles scheint doppelt so lange zu daueren. Und obwohl es sich ewig hinzieht, mit einem Baby die Wohnung zu putzen, ist diese dann noch nicht mal wirklich sauber. Wir scheinen von Wäschebergen umzingelt und darin zu ersticken. Irgendwie ist kein Anfang und kein Ende in Sicht. Wie in Trance tappen wir durch die Gegend. Voll und ganz im Babyrhythmus.



Hilfe, ich bin immer noch viel zu dick!

Einsortiert unter: Selbstbewusstsein — msfmde @ 11:29 am
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In keinem anderen Job der Welt würden sich so viele Menschen wie selbstverständlich in unser Leben einmischen. Nichts gegen gut gemeinte Tipps. Aber müssen wir uns denn eigentlich ständig die Ratschläge anderer Mütter, Schwiegermütter, Freundinnen, Bekannten oder wildfremder Menschen anhören? Wenn sie uns erklären, was wir falsch machen. Oder wie wir unser Gewicht in den Griff bekommen …

Es braucht eben alles seine Zeit. Auch unsere Figur. Immerhin sehen wir nicht mehr schwanger aus. Das ist doch auch schon etwas. Gut, Heidi Klum hatte wenige Wochen nach der Geburt eine Bombenfigur, als sie nur mit Unterwäsche bekleidet über den Laufsteg schwebte. Ein Vergleich hinkt hier natürlich, denn wir sind keine Topmodels, deren Figur ihr tägliches Einkommen ist. Also immer mit der Ruhe – Rom ist ja schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden!

Und dann erwischt sie uns doch, die Bemerkung, der Seitenhieb auf unsere, noch von der Schwangerschaft gezeichnete Figur.

Vanessa: Als mein drittes Kind gerade acht Wochen alt war, bekamen wir Besuch von alten Freunden. Nachdem ich in den letzten Wochen nur in meine Schwangerschaftskleidung und die Pullis meines Mannes gepasst hatte, gingen genau an diesem Tag alle Knöpfe meiner weitesten Bluse immerhin zu. Ich fühlte mich richtig gut und freute mich auf einen netten Abend. Kaum durch die Tür, musterte mich meine Freundin eingehend von Kopf bis Fuß. Dann sagte sie ganz nüchtern: „Na ja, Vanessa, nach deiner letzten Schwangerschaft warst du aber um einiges schlanker!“ Das traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Dass ich noch 10 Kilo zu viel hatte, wusste ich schließlich selbst! Am schlimmsten jedoch war meine eigene Reaktion. Ich begann, mich auch noch für meine Figur zu rechtfertigen! Ich fühlte mich grauenhaft und schämte mich für mein eigenes Aussehen.

Warum lassen wir solche Kommentare überhaupt zu? Und wenn, warum rechtfertigen wir uns für etwas, das nur uns etwas angeht? Würden wir nur so vor Selbstbewusstsein strotzen, würden wir dann mit derartigen Fragen überhaupt konfrontiert werden?

Eleonor Roosevelt hatte darauf folgende Antwort: „Wenn wir uns minderwertig fühlen, dann nur weil wir es zugelassen haben.“…

er versteht mich nicht

Einsortiert unter: Partnerschaft als Eltern — msfmde @ 11:28 am
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Wir das glückliche Paar. In unserer Mitte das wunderschöne, friedliche und einfach entzückende Baby. Harmonie und Glück pur! So haben wir uns das in unserer rosarot-romantischen Phantasie während der Schwangerschaft vorgestellt.

Ganz ehrlich, der Alltag sieht dann doch etwas nüchterner aus. Super harmonisch ist es nicht immer, von ewiger Romantik ganz zu schweigen! Streit zwischen jungen Eltern ist keine Seltenheit – auch wenn gerne allgemein behauptet wird, in der Beziehung laufe alles bestens.

Wenn unser Partner abends nach Hause kommt, empfangen wir ihn mit dem schreienden Säugling im Arm. Die Jogginghose von morgens schlabbert immer noch an uns rum. In der Wohnung herrscht totales Chaos. Im Kühlschrank gähnende Leere.

Gut, dass er endlich zuhause ist! Da kann er uns jetzt mal das Baby abnehmen. Wir brauchen dringend mal eine Pause in unserem ‘24-Stunden-Baby-allzeit-bereit’-Tag.

Statt uns das Baby abzunehmen, erklärt er uns, dass er jetzt selbst mal dringend eine Pause braucht. Allerdings scheut er nicht zu fragen:

„Warum schreit es denn schon wieder?“ Was soll denn das jetzt? Wenn wir das so genau wüssten, würden wir doch sicher etwas dagegen tun!

Und als ob das nicht schon reichen würde, kommt er uns auch noch mit: „Schatz, du könntest wirklich mal wieder aufräumen!“.

Stirnrunzelnd beäugt er den nichtvorhandenen Inhalt des Kühlschrankes und überlegt laut, was es denn wohl heute zum Abendessen geben wird.

Wie reagieren wir jetzt? Während wir ja immer noch unser schreiendes Kind beruhigen, werfen wir ihm ein strahlendes Lächeln zu und versichern ihm, dass wir uns selbstverständlich gleich um alles kümmern werden. Abendessen kommt sofort! Vorher wischen wir auch noch schnell feucht durch. Nicht wirklich, oder?

Stattdessen platzt eine Bombe in uns.

Eigentlich haben wir uns auf ihn gefreut und haben uns danach gesehnt, dass er möglichst schnell nach Hause kommt. Und jetzt? Sieht er denn nicht, was hier los ist? Glaubt er denn wirklich, wir finden es geradezu amüsant, in einem totalen Chaos zu sitzen? Auch wir haben Hunger, hätten auch gerne ein Abendessen fertig! Aber wie denn bitte? Wann hätten wir das denn zubereiten sollen?

Er findet, man wird ja wohl noch mal etwas sagen dürfen. Wir müssen ja nicht gleich so aggressiv und zickig werden.

Er sieht ja ein, dass ein Baby ganz schön anstrengend ist, vor allem wenn es viel weint. Aber wir sind doch den ganzen Tag zuhause, da können wir uns doch auch zwischendurch mal ausruhen. Wenn das Baby schläft, kann man sich doch wunderbar selbst ins Bett legen. Er würde das sofort machen, wenn er könnte. Aber diesen Luxus kann er sich nicht leisten, er muss schließlich arbeiten. Den ganzen Tag lang hat er sich durch den Dschungel – sprich seinen Job – gekämpft und kann nicht so ganz nachvollziehen, warum wir es nicht wenigstens zum Einkaufen geschafft haben. Schließlich war er den ganzen Tag auf der ‘Jagd’, und nun zieht ihm aus seiner Hütte enttäuschenderweise kein Essensgeruch entgegen!

Was denn für ein Dschungel? Sein Job ist doch völlig entspannt gegen den Stress, den wir heute gehabt haben. Musste er sich um ein schreiendes Baby kümmern? Hat er etwa einen 24-Stunden-Job? Nein! Er hat einen Job, in dem es Mittagspausen gibt. Mittagspausen inklusive Schwätzchen mit den Kollegen – was für ein Luxus!

Und auch die Vorstellung unseres Partners, dass wir einfach immer dann schlafen, wenn auch das Baby ein Schläfchen hält, ist doch total naiv! Die Zeit müssen wir anderweitig nutzen. Im Schlaf erledigt sich ja bekanntlich rein gar nichts. Haushalt, Rechnungen, Korrespondenz und was es sonst noch gibt. Wann sollen wir das denn sonst erledigen?

Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Er versteht nicht wirklich, wie unser Alltag mit einem Baby aussieht…

Überfordert und unterfordert

Einsortiert unter: überfordert,unterschätzt? — msfmde @ 10:30 am

Wir sind nicht nur ausgelastet, sondern auch manchmal überfordert. Und dennoch fühlen wir uns gelegentlich auch unterfordert. Schon mal andere um ihre Jobs beneidet? Sich mitten am Tag gelangweilt? Mal so zwischendurch gedacht, was nun? Wie bekomme ich den Nachmittag rum?

Vanessa: Als frischgebackene Mutter begann ich, mich über meinen Mann zu ärgern, wenn er morgens die Wohnung verlassen hat, um zur Arbeit zu gehen. Was sollte ich denn bitteschön den ganzen Tag mit dem Baby machen?! Ich bin immer ein geselliger Mensch gewesen, und dieses zuhause sitzen und zu warten, bis das Baby wieder gefüttert, gewickelt oder hingelegt werden muss, war nicht wirklich das, was ich mir von meinem jungen Leben vorgestellt hatte. Obwohl ich sehr glücklich mit meinem Baby war, fühlte ich mich gleichzeitig einsam, traurig, unterfordert, aber auch überfordert.

Das ist doch eigentlich sehr verdreht und zwiespältig! Einerseits ist es doch so schön mit unserem Kind, und wir wollen das auch gar nicht missen. Aber dennoch ist da manchmal dieses sonderbare Gefühl …

Und verstärkt sich dieses Gefühl nicht noch, wenn wir von anderen in unserer Tätigkeit nicht so richtig ernst genommen werden? Wenn wir von anderen um das angeblich große Maß an freier Zeit beneidet werden? Wenn wir in unserer Rolle als Hausfrau und Mutter belächelt werden. Werden wir das wirklich, oder bilden wir uns das nur ein?

Muttersein ist doch keine minderwertige Tätigkeit. Muttersein ist ein richtiger Job! Geld gibt es zwar keins. Aber einen Gegenwert? Klar, den gibt es schon.

Unser Kind ist glücklich, wenn wir unsere Sache gut machen. Es wächst behütet auf und kann sich gut entwickeln. Warum stört es uns dann, wenn wir von anderen nicht ernst genommen werden?

Weil wir uns manchmal unterfordert fühlen. Weil wir das Gefühl haben, nichts Wesentliches zu leisten. Weil wir in unserem Job als Mutter kein Geld verdienen.

Aber unser Job ist viel Geld wert. Wenn wir unser Kind nicht selbst betreuen würden, müssten das doch andere für uns übernehmen. Ob Tagesmutter oder Kinderkrippe, das sind Dienstleistungen, die selbstverständlich in Geld entlohnt werden. Keiner würde anzweifeln, dass der Job einer Tagesmutter oder Betreuerin in einer Krippe ein echter Job ist. Und ein total anstrengender noch dazu! Den ganzen Tag auf viele Kleinkinder aufpassen – Wahnsinn! Wir sind ja mit einem Kind schon ganz gut ausgelastet.

Wie kommen wir denn dann auf den verkorksten Gedanken, dass wir nichts Wesentliches leisten? Weil wir in unserer Gesellschaft alles in Geld aufwerten? Wer viel verdient, muss demnach auch Wichtiges leisten? Und wie leistet man etwas wirklich Wichtiges? Indem man Verantwortung für etwas hat. Verantwortung für Firmengelder, Mitarbeiter, Konjunktur, Wachstum. Was ist mit der Verantwortung für einen kleinen hilflosen Menschen?

Ist das nicht der verantwortungsvollste Job, den es gibt? …

Fishing for Compliments

Einsortiert unter: Uncategorized — msfmde @ 10:26 am

Wir wollen Anerkennung – und zwar sofort? Dann holen wir sie uns doch! Ja, wie soll das gehen, das Fischen nach Komplimenten, im trüben Teich der Vorurteile? Zuerst sollten wir unserem Partner klarmachen, was wir jeden Tag leisten. Und damit fangen wir heute Abend gleich mal an.

Also, er kommt nach Hause und fragt: „Wie war dein Tag?“

Und genau auf dieses Stichwort haben wir gewartet, denn unser Tag sah folgendermaßen aus:

Das Baby ist mitten in einem Entwicklungssprung. Es würde sich gerne allein fortbewegen können, kann es aber noch nicht. Es ist unzufrieden und quengelig. Es reicht ihm nicht mehr, auf seiner Krabbeldecke zu liegen, es will die Welt entdecken. Das Resultat ist, dass es nur zufrieden ist, wenn es bei uns auf dem Arm ist, und selbst da ist es nicht durchgehend glücklich. Tagsüber hat es dazu so gut wie gar nicht geschlafen, und das macht sich im Laufe des Tages auch immer mehr bemerkbar. Eigentlich hatten wir eine Menge zu erledigen, haben aber nichts wirklich geschafft.

Unser Tag war also ganz schön anstrengend, und irgendwie liegt Frust in der Luft. Also antworten wir auf seine Frage:

„Mein Tag war super anstrengend. Ich habe gar nichts geschafft. Das Baby hat den ganzen Tag geheult, es wollte überhaupt nicht schlafen und ich musste es die ganze Zeit herumtragen. Ich bin total am Ende!“

Erwartungsvolle Stille – jetzt erwarten wir natürlich Verständnis und Zuspruch von unserem Partner. Wir erwarten, dass er anerkennt, was wir heute geleistet haben. Schön wäre: „Ach mein Schatz, ich weiß, dass dein Leben ganz schön anstrengend ist, aber du machst das wirklich toll!“.

Doch irgendwie und auf für uns unerklärliche Weise ist seine Reaktion eine ganz andere: Statt wenigstens ein bisschen Verständnis zu haben, reagiert er total genervt. Nicht nur, dass er kein Mitgefühl für unsere Situation zeigt! Nein, er beschwert sich auch noch über unseren wehleidigen Jammerton!

Bei aller Liebe – aber in uns steigt allmählich der Verdacht hoch, dass es um seine emotionale Intelligenz vielleicht doch nicht so gut bestellt sein könnte! Daraufhin versuchen wir, ihm wieder und wieder klarzumachen, wie anstrengend unser Leben mit Baby im Moment ist. Das macht die Sache jedoch keineswegs besser. Jetzt wird er allmählich richtiggehend sauer.

Statt Zuspruch und Anerkennung bekommen wir nun Folgendes zu hören:

„Ich kann dein ewiges Gejammer nicht mehr hören, so schlimm kann das doch alles nicht sein! Du hast doch ein wunderbares Leben – das bisschen Haushalt und dazu noch ein süßes Baby. Wie kannst du damit derart überfordert sein?“.

Er selbst habe jeden Tag echten Stress im Job. Wenn er da versagt, ist er arbeitslos, und wie soll er dann die Familie ernähren?

Spinnt er jetzt total? …

Higheels oder Kittelschürze?

Einsortiert unter: Mütter und Job — msfmde @ 10:16 am

Was haben wir denn eigentlich vor dem Kind den ganzen lieben Tag lang gemacht? Große Karriere, Studium, Ausbildung, ein guter solider Job? War der Vollzeitjob als Mutter die Erfüllung unserer Träume? Oder etwa nicht? Was waren unsere Ziele? Was sind sie jetzt?

Das ist hier nicht das Thema? Hier geht es nun wirklich nicht um Selbstverwirklichung – wir können uns gar nicht leisten, eine Vollzeitmutter zu sein! Wer soll denn bitte die Brötchen ranschaffen?

Oder haben wir ein gemütliches Finanzpölsterchen und können uns dafür entscheiden jetzt mal ein paar Jahre zuhause bei dem Kind zu sein, weil Vati eine Zeit lang genug Geld für die Familie verdienen kann? So viel Spielraum ist natürlich richtig klasse. Aber auch nicht immer einfach. Denn vielleicht lieben wir unseren Job ja und möchten einfach weiterarbeiten! Oder bleibt Vati zuhause, weil wir einfach mehr Geld verdienen können? Was ist denn jetzt richtig? Was ist das Beste für unser Kind? Was ist gut für uns?

Und was erwarten andere von uns? Was werden wir denn schon mal abends auf einer Einladung gefragt? Doch nicht, wie gut der Haushalt läuft, oder? Sondern was wir beruflich machen. Und wenn wir dann vor uns hin stammeln, dass wir zur Zeit eigentlich ‘nur’ Mutter sind – Applaus? Wohl kaum. Eher betretenes Schweigen.

Wie sieht sie denn eigentlich aus, die perfekte, hippe Mutter?

Sie sieht gut aus, wirkt entspannt und hält sich mit Yoga oder Pilates fit. Natürlich ist sie auch berufstätig, dabei selbstverständlich erfolgreich, und trotzdem kümmert sie sich liebevoll um das Kind, immer ein Lächeln auf den Lippen. Sie hat noch Zeit für Hobbys, und so ganz nebenbei erledigt sie mit links auch noch das bisschen Haushalt.

Kurz und gut: Supermum!

Und da stehen jetzt wir. Mitten in der Realität. Und versuchen unser Bestes, all diesen Vorstellungen gerecht zu werden. Egal, ob wir uns einen abmühen und versuchen, als Vollzeitmutti im Brotbackkurs zu bestehen, weil es so gesund für unser Kind ist. Oder sich der Teilzeitjob doch nicht wirklich in Teilzeit machen lässt und nicht genug Geld übrig bleibt. Oder es wirklich hart ist, in Vollzeit zu arbeiten und außerdem noch eine geduldige, aufmerksame Mutter zu sein, auch wenn das Geld passt. Unser Siegerlächeln friert gelegentlich schon mal ein. Und unser Leitmotiv ist oft: Augen zu und irgendwie durch den Tag!

Und trotzdem findet immer irgendjemand was zu motzen. Immer mal wieder. Obwohl es doch nun wirklich auf der Hand liegt, dass das alles zusammen nicht einfach ist! Wie soll eine berufstätige Mutter denn die vorweihnachtliche Bastelstunde im Kindergarten zeitlich schaffen, wenn diese Veranstaltungen gerne mal um 15 Uhr stattfinden. Da arbeitet sie nun mal noch!

Was passiert denn, wenn sie es nicht schafft, bei so einer Veranstaltung zu erscheinen? Sind wir doch mal ehrlich. Die anderen Mütter zerreißen sich doch zu gerne das Maul darüber! Vor allem, wenn das Kind auch noch von den anderen als eher schwierig eingestuft wird, liegt der Fall ganz klar auf der Hand: Die Mutter kümmert sich nicht richtig um ihr Kind! Und da wird dann ausdiskutiert, ob diese Mutter arbeiten gehen muss oder arbeiten gehen will. Wenn sie muss, dann schwingt bei den anderen Müttern Mitleid für das Kind samt Mutter mit. Oder sie geht freiwillig arbeiten – dann ist sie eine Rabenmutter, die zu egoistisch ist, sich entsprechend um ihr Kind zu kümmern. Mitleid gibt es dann nur für das Kind.

Umgekehrt ist es für die berufstätige Mutter aber auch jedes Mal ein echtes Problem im Job, wenn ihr Kind mal krank ist und sie dann selbst nicht arbeiten kann. Das lässt sich nicht wirklich karrierefördernd verkaufen. Da winkt dann sicher in nächster Zeit keine Gehaltserhöhung!

Vollzeitmütter hingegen werden häufig gefragt, wann sie denn eigentlich wieder anfangen zu arbeiten. Sie geraten häufig in Bedrängnis und haben das Gefühl, sie müssten sich rechtfertigen: Entweder erklären sie, dass sie bewusst ‘nur’ Mutter und Hausfrau sind, weil diese Tätigkeit absolut ausfüllend ist. Oder sie meinen, sich damit rechtfertigen zu müssen, dass das nur ein vorübergehender Zustand ist und der alte Job natürlich sobald wie möglich wieder aufgenommen wird.

Wer maßt sich eigentlich an, uns Frauen in Schubladen zu stecken? Beruflicher Ehrgeiz wird gleichgesetzt mit unzureichenden Muttergefühlen. Eine Vollblutmutter wird wie ein Dummbeutel behandelt, die den ganzen Tag nichts anderes macht, als ihre Nägel zu lackieren, ein Schaumbad nach dem anderen zu nehmen und sich vor wirklicher Arbeit drückt.

Ob unsere Tätigkeit uns jetzt ausfüllt oder nicht, uns gar überfordert oder einfach nötig ist, haben nur wir selbst zu beurteilen. Einmischen verboten!

Mischen wir uns denn eigentlich auch so in das Leben anderer ein? Wenn andere Muttis nun mal andere berufliche Entscheidungen treffen als wir? Ja? Lästern wir schon mal leidenschaftlich mit? Wie wäre es mit einer Prise ‘leben und leben lassen’?

Schluss mit dem gegenseitigen Zickenkrieg! Von der vielbeschworenen Solidarität unter Frauen ist hier wenig zu spüren. Stattdessen Konkurrenzdenken allerorten. Zum Glück hat das Privatfernsehen noch keinen Contest ausgelobt, nach dem Motto: DSDSM – Deutschland sucht die Supermami! Das gäb ein Hauen und Stechen! …


Hello world!

Einsortiert unter: Uncategorized — msfmde @ 9:47 am

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