Willkommen im Klub! Zugegeben, die Aufnahmebedingungen hatten es schon in sich! Von schwanger zu Mama. Und das gerne mal in einem Wechselbad der Gefühle. Wechselbäder zwischen unbeschreiblicher Vorfreude und einer leichten ‘Aus-dieser-Nummer-komme-ich-nicht-mehr-raus’-Panik. Aber auch zwischen “Ich bin so wunderschön weiblich” und “Hilfe! – ich kann meine Füße nicht mehr sehen.”
Und dann liegt es endlich da auf unserem Bauch – unser Baby. Unser größtes Wunder! Und alles ist auf einmal anders – ja, wirklich alles! Ob nachts oder nachmittags um drei. Egal, ob wir Kopfschmerzen haben oder uns im Tiefschlaf befinden, duschen, kochen, telefonieren … wenn das Baby uns braucht, sind wir zur Stelle. Immer und zu jeder Zeit!
Hatten wir vorher geglaubt, ohne acht Stunden Schlaf am Stück nicht überleben zu können, wissen wir jetzt: das war ein Irrtum – wir können noch viel mehr! Wir sind jetzt unsere eigene neue Version. Unser Baby ist unser bestes Upgrade. Mit unserem Schatz im Arm liegt uns die Welt zu Füßen.
Und doch gehen wir so nach und nach auf dem Zahnfleisch. Wir haben Augenringe bis zu den Mundwinkeln und ein Gefühl von Dauerkater. Sex ist ein Fremdwort, wir riechen nach gegorener Milch und meiden jeden Blick in den Spiegel. Die Superstretch-Schwangerschaftsjeans ist immer noch unsere Lieblingshose, unser Lieblingsthema ist die Entbindung und eigentlich kriegen wir gar nichts geregelt! Oder zumindest bekommen wir in 24 Stunden nicht besonders viel hin.
Manchmal ist uns einfach nur nach Heulen: Weil alles so viel ist. Weil wir auf einmal so viel Verantwortung haben. Weil wir nie wieder schlank sein werden. Weil wir genau jetzt zum Friseur wollen – und wie soll das bitte gehen mit einem Baby auf dem Arm? Weil wir so müde sind. Weil wir nun mal eben gerade erst ein Kind bekommen haben!
Nichts gegen gelegentliches Heulen. Das kann ja auch mal ganz befreiend sein. Das ist aber auch das Einzige. Schlanker werden wir dadurch wohl nicht, unsere Frisur sieht danach auch nicht besser aus – und sonst hat es auch nichts verändert. Da könnten wir glatt wieder loslegen. Aber ist es wirklich so schlimm?
Ein bisschen schon: alles scheint doppelt so lange zu daueren. Und obwohl es sich ewig hinzieht, mit einem Baby die Wohnung zu putzen, ist diese dann noch nicht mal wirklich sauber. Wir scheinen von Wäschebergen umzingelt und darin zu ersticken. Irgendwie ist kein Anfang und kein Ende in Sicht. Wie in Trance tappen wir durch die Gegend. Voll und ganz im Babyrhythmus.
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